Gottlob nur Feuerwehrübung

Großbrand im Flüchtlingswohnheim: Übung verlangt Feuerwehr alles ab
Realistisches Szenario: Einsatzkräfte müssen Bewohner aus dem Gebäude retten
– Diakonie zufrieden
Großübung im Flüchtlingswohnheim der Diakonie: Es galt, Bewohner aus dem brennenden Gebäude zu retten.Fotos: Cagla Canidar

Kästorf. Alarm im Flüchtlingswohnheim der Diakonie: Die Feuerwehren aus Kästorf und Gamsen mussten sechs der rund 60 Bewohner retten und dem Feuer den Garaus machen – so das Szenario, mit dem Ortsbrandmeister Marco Brand seine Kameraden am Samstag in den April schickte. Die Übung gab es allerdings nicht zum Spaß.

Rauch und der gellende Pfeifton der Brandmeldeanlage dringen am Morgen aus dem Eingang. Bei Brand selbst meldet das Smartphone gleich darauf eine SMS. Zehn Minuten später fahren die ersten Feuerwehrwagen vor.

Da sind die Bewohner – hauptsächlich Familien aus Afrika, dem Balkan und dem Nahen Osten – bereits rund um den Spielplatz versammelt. Die neugierigen Kinder bleiben an der Hand ihrer Eltern, auch eine wissbegierige Greisin muss vom Einsatzort sanft zurück gezogen werden. „Das Sammeln auf dem Sammelplatz hat endlich mal richtig funktioniert“, freut sich Christoph Mai, Betreuer des Wohnheims Hagen 1, über den Übungsverlauf.

Das war nicht immer so, deshalb die groß angelegte Übung, berichtet Mai. Bei einem Ernstfall 2015 und bei einigen Fehlalarmen fielen Defizite auf – trotz Einweisung. Deshalb wandte sich die Brandschutzgruppe der Diakonie an die Feuerwehr. Mai: „Wir wollten auch sehen, ob unsere Abläufe optimal sind.“ Schon in der Vorbesprechung sei einiges aufgefallen. Bei der Übung nun sehe er deutliche Verbesserungen.

„Wir haben mit den Bewohnern vorab geübt“, sagt Brand. In jenen theoretischen Lektionen wurden Flucht- und Rettungswege und das Verhalten im Ernstfall erläutert. Die Übung mit den 34 Einsatzkräften aus Kästorf und Gamsen nun ist der Praxisteil.

Der den Feuerwehrleuten genauso gelegen kommt. „Wir sind ja immer auf der Suche nach Objekten“, sagt Brand. Die Übung im Wohnheim habe Sinn. Trainiert werden kann dabei die Rettung von mehreren Menschen. Vier junge Leute müssen per Leiter aus dem Obergeschoss gerettet und zwei Dummies, darunter ein Kind im Schrank, gesucht und gerettet werden. Brand ist am Ende zufrieden: „Wir haben das Übungsziel erreicht.“

 

AZ 03.04.17

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