Neujahrssänger in Kästorf unterwegs

Gesungener Gruß zum neuen Jahr:
Sieben Neujahrssänger machen in Kästorf am Silvester-Sonntag ihre Runde. Michael Franke

Kästorf. Die Kästorfer Neujahrssänger sind am morgigen Silvestertag wieder unterwegs. Eine Selbstverständlichkeit ist die Aufrechterhaltung des Brauchtums in dem Ortsteil nicht mehr.

„Das darf dann ruhig etwas lauter werden.“ Ansonsten hat Ortsbürgermeister Jürgen Völke keinen Grund zur Klage über den Probe-Auftritt der sieben Mädchen und Jungen rund um Nils Engelhard an der Isetal-Schule. Er ist froh, dass Engelhard wieder Neujahrssänger zusammen trommeln konnte. Die jungen Leute drängten sich nicht gerade auf. „Da muss man sich schon kümmern“, weiß Völke. „Gott sei Dank finden sich ja noch welche.“

„Viel telefonieren, viel an der Haustür klingeln“, sagt Engelhard. Es gehöre jede Menge Überzeugungsarbeit dazu. Vor Weihnachten stand die siebenköpfige Gruppe aus 13- und 14-Jährigen, die am Freitag noch einmal probte, bis der Text saß, um am Silvester-Sonntag rund 300 Haushalte in Kästorf zum Neujahrsgruß abzuklappern und dabei Spenden für den Hort zu sammeln. Die Größe der Gruppe sei in Ordnung, sagt Völke, der selbst zweimal in den 70-er Jahren Neujahrssänger war. „Mehr waren wir früher auch nicht.“ Engelhard hätte derweil gern mehr dabei gehabt. Dann könnten sie in zwei Gruppen durch den Ort gehen.

Alle Teilnehmer in diesem Jahr sind neu dabei, darunter Justin Raguse (14)„Meine Eltern haben mich drauf gebracht.“ Dass es für einen guten Zweck sei, motiviere ihn zum Mitmachen. Und dass sein Kumpel dabei ist: Lukas Niegsch kennt das schon aus seiner Familie: „Mein großer Bruder hat die vergangenen Jahre mitgemacht.“ rtm

Neujahrssänger in Kästorf: Zum ersten Mal sind Mädchen dabei
Schon erwartet: Luise und Adolf Janz freuten sich über den Besuch der Neujahrssänger. Christina Rudert

Kästorf. Zum ersten Mal sind drei Mädchen in der Gruppe der Kästorfer Neujahrssänger dabei. „Es wollten ja immer schon Mädchen mitmachen, aber jetzt dürfen wir auch“, freuen sich Charlotte Kruse, Carla Krenzke und Lucie-Lea Windmüller.

Das Geschäft am Silvestertag ist mühsam. „Viele haben uns gar nicht aufgemacht, mehr als die Hälfte“, bedauert Simon Staudt. Lukas Niegsch ergänzt: „Da sah man Licht in den Häusern, aber die Tür blieb trotzdem zu.“ Das und den permanenten Regen fanden die sieben Konfirmanden schon reichlich nervig, „aber eigentlich macht es Spaß“, meint Justin Raguse. „Und es ist ja auch für eine gute Sache“, ergänzt Alexander Hamm. Das Geld aus der Sammelbüchse wird gleichmäßig aufgeteilt für die Jugendlichen und für den Hort im Dorf.

Luise und Adolf Janz haben schon auf die Truppe gewartet. „Ohne Neujahrssänger geht das nicht. Als sie ein Jahr nicht da waren, waren wir wirklich traurig“, erinnert sich Luise Janz. „Aber wir verstehen das natürlich: Es sind nicht mehr so viele Sänger.“

Die Gruppe, von Nils Engelhard gut vorbereitet, hat auch gut zu tun: Um 7 Uhr startet sie, „und wir hören auf, wenn wir alle besucht haben“, sagt Simon Staudt. „Die alteingesessenen Kästorfer werden natürlich zuerst besucht“, ergänzt Charlotte Kruse. tru


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