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Diakonie-Sporthalle: Warum die Stadt einen Mietvertrag braucht

Kästorfs Ortsrat befasst sich mit dem Thema – Käufer von Gebäude und Sportplatz war die städtische Tochtergesellschaft GEG.

 

Kästorf. Der Kästorfer Ortsrat ist das erste Gremium, das über einen Mietvertrag für die Diakonie-Sporthalle beraten muss – denn nicht die Stadt, sondern deren Tochtergesellschaft, die Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft (GEG) hatte die Halle im Dezember für 400 000 Euro erworben.

Die GEG ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt, und ihre Hauptaufgabe besteht darin, durch den An- und Verkauf unbebauter Grundstücke sowie die Erschließung von Wohn- und Gewerbegebieten die Grundstückspolitik der Stadt aktiv zu unterstützen – so steht es auf ihrer Homepage. Da die GEG als Gesellschaft mit beschränkter Haftung eigenständig wirtschaftet, muss die Stadt ihr für die Nutzung der Halle aus buchhalterischen Gründen Miete zahlen. 2 100 Euro pro Monat soll die betragen.

Die Halle samt Außengelände und Sportplatz soll rückwirkend vom 1. Januar an zunächst für fünf Jahre gemietet werden, im Anschluss ist eine Verlängerung möglich. Allerdings heißt es in der Beschlussvorlage: „Es gibt jedoch auch die Option der Übernahme in das Eigentum der Stadt Gifhorn zu Buchwerten der GEG.“ Sprich: Dann muss erneut verhandelt werden.

Zur 1983 gebauten Einfeldhalle mit 405 Quadratmetern Fläche gehört ein kleiner Sportplatz, an Ausstattung sind zwei feste Handballtore, Basketballkörbe, Weichbodenmatten und einige Turngeräte vorhanden. In der Halle sind zwei Umkleidekabinen mit Duschen und ein kleiner Geräteraum, außerdem gibt es im Erdgeschoss eine Kegelbahn und mehrere kleine Sozialräume. Besucherbereich mit Blick aufs Spielfeld, Technikraum sowie ein Mehrzweckraum, der als Gymnastikraum genutzt werden könnte, komplettieren das Ensemble.

Die Vorlage weist außerdem auf Unterhaltungskosten von 29 000 Euro in diesem und 28 000 Euro in den Folgejahren hin, die die Stadt tragen müsste, und geschätzt 24 000 Euro kommen für Nebenkosten dazu, sodass über die jährliche Gesamtsumme von etwa 80 000 Euro zu sprechen ist.

Die Turnhalle war eher zufällig Gesprächsthema geworden, als Bürgermeister Matthias Nerlich mit der Diakonie über deren Angebot gesprochen hatte, in Kästorf eine Kita zu errichten. Während der Bedarf der Diakonie, die Halle zu nutzen, gesunken war, fehlt es der Stadt hinten und vorne an Hallenkapazitäten für die Freizeitsportler. Der Preis von 400 000 Euro war von Baufachleuten aus dem Rathaus als angemessen bewertet worden, sodass es – sehr zur Freude von Kästorfs Ortsbürgermeister Jürgen Völke – zur Unterschrift unter den Kaufvertrag gekommen ist.

Nach dem Kästorfer Ortsrat, der am Montag, 15. Februar, ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus tagt, berät der Ausschuss für Hochbau, Tiefbau und Liegenschaften am Donnerstag, 25. Februar, über den Mietvertrag, am 4. März entscheidet der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss abschließend.

AZ 13.02.2021