Wir leben Kästorf, in Frieden, Eintracht und Bürgersinn
Liebe Kästorfer und Kästorferinnen,
vielleicht sollte die Welt einmal nach Kästorf schauen. Wie funktioniert Frieden, wie geht das mit dem Miteinander, sie
können sich das gern einmal anschauen, bei uns.
Natürlich gibt es auch bei uns auch manchmal Typen, die Aussetzer haben und Krawall machen wollen, aber wie in der großen
Politik, der Verstand setzt aus und sie können nicht mehr klar denken. Auch wenn die sogenannte Empörungswelle im Lande zugenommen hat und im Internet gleich der Shitstorm losbricht, nur weil
jemand mal laut gedacht hat. In früheren Zeiten wo es noch Kneipen und Stammtische gab, wurde auch gestritten, auch mal laut, aber zum Ende hin wurde ein Schnaps drauf getrunken und alle sind in
Frieden auseinander gegangen. Das nannte man Streitkultur, aber Streitkultur kann es nur geben, wenn man die Welt als Gemeinschaft akzeptiert und nicht an den Ast sägt, auf dem man
sitzt.
Liebe Kästorfer und Kästorferinnen,
es ist mein 21. Grußwort zum Schützenfest und zugleich auch mein letztes und das ist ja wohl mal eine gute Nachricht. Es war
eine schöne Zeit in der ich viel miterleben und mitgestalten durfte. Vier Generalmajore, Heinz-Hermann Wolters, Volker Wieckenberg, Andreas Burghard, Nils Engelhard und eine Vielzahl an
Kommandomitgliedern durfte ich begleiten. Waren es zu Beginn nur männliche Mitstreiter so haben wir mittlerweile auch Unterstützung von unseren Frauen im Kommando. Und alle haben und hatten sie
eines Gemeinsam, nämlich ein tolles Schützenfest für uns Kästorfer und Gäste auszurichten. Und dafür an allen ein Lob und dickes Dankeschön von mir, dem Ortsrat und dem gesamten
Ort.
Auch haben wir vor rund 20 Jahren dienstags vor Schützenfest noch sehnsüchtig und voller Tatendrang auf dem Schützenplatz
gewartet bis endlich der Zeltverleih um die Ecke kam und wir anfangen konnten das Festzelt aufzubauen.
Im Laufe der Jahre wurde vieles verbessert und optimiert, vorgefertigte Trennwände, eine Aufstellskizze wurde erstellt und
sogar die gefühlt tonnenschwere Sektbar wurde neu angefertigt, so das auch Leichtgewichte mit anpacken können. Und wahrlich unvergesslich die donnerstags – Abende beim Gewehre einschießen mit
herrlich warmen Einbecker.
Mein Dank gilt den Generalmajoren und Mitgliedern des Kommandos, damals wie heute steht eine Menge Fleiß dahinter und
persönlicher Urlaub muss auch genommen werden.
Auch haben sich die Besucherzahlen in all den Jahren verändert, Full House am Freitag und Samstag, wobei mir persönlich
immer der Freitag am besten gefallen hat. Denn freitags geht es um 11.00 Uhr los mit dem Antreten der Nationalgarde und die merklich bei allen anzutreffende Vorfreude auf das Schützenfest. Mit
Stolz und Dankbarkeit über die große Anzahl an Mitgliedern beim Antreten habe ich die Schützenfeste eröffnen dürfen.
Viele wundern sich wohl über den Begriff "Nationalgarde". Die Franzosen führten Nationalgarden 1789 ein und Ende des 1800
Jahrhunderts setzte Napoleon solche Nationalgarden auch in Deutschland ein. Das kann dazu geführt haben, das bei Gründung unserer Schützengesellschaft im Jahr 1839 dieser Begriff zur
Namensfindung beigetragen hat, ist aber geschichtlich nicht festgehalten. Wichtig ist wohl nur eines, wir sind eine Schützengesellschaft und es gibt keine Grüppchen oder Sparten in der
Gesellschaft, nein, wir sind alle, ob Jung ob Alt, die Schützengesellschaft Kästorf von 1839 und das es so bleibt, wünsche ich uns auch für die Zukunft.
Liebe Kästorfer und Kästorferinnen,
kommt bitte alle zum Schützenfest und begleitet die Umzüge, es ist für jeden etwas dabei, für jene die einfach nur Spaß
haben wollen, für diejenigen die gern Harmonie mögen, an die Streitsüchtigen, ihr könnt zu Hause bleiben. Wie heißt es doch so schön:
am Ende wird alles gut und ist es noch nicht gut, dann ist es auch noch nicht zu Ende!
Der Ortsrat bedankt sich beim Kommando und der Jungen Gesellschaft und allen Mitstreitern für die Vorbereitungen zum
diesjährigen Schützenfest.
Ich wünsche "Uns" allen ein tolles Schützenfest 2026 und beim Schießen auf die Königswürden, „Gut Schuss„ und schließe mit
dem Satz, mit dem ich bei der Eröffnung Ende:
Wir leben Kästorf, in Frieden, Eintracht und Bürgersinn
Bis dahin, wir sehen uns unter den Eichen.
Ortsbürgermeister
Jürgen Völke